Friedrich, unser Held

''Friedrich, unser Held'' - Gleim und sein König

Diese Präsentation erscheint als digitaler Katalog zur Ausstellung »Friedrich, unser Held«, Ausstellung im Gleimhaus Halberstadt | 15. Januar bis 21. April 2012

Gleim ohne seinen König Friedrich, das wäre wie Gleim ohne Freunde. Die enthusiastische Verehrung Friedrichs II. war neben dem Freundschaftskult, der Dichtung und dem Sammeln ein wesentliches Lebensmotiv Johann Wilhelm Ludwig Gleims.

Auch für Gleims literarisches Schaffen war die Gestalt Friedrichs II. von Bedeutung. Bis in das 20. Jahrhundert hinein beruhte der Ruhm des Halberstädter Dichters maßgeblich auf dessen patriotischen Dichtungen zum Siebenjährigen Krieg, die 1758 von Lessing unter dem Titel "Preußische Kriegslieder" herausgegeben wurden. Neben der Literarisierung des Königs zeugt auch der Devotionalienkult, den Gleim nach dem Tod Friedrichs betrieb, von seiner Verehrung.

Friedrich II. hatte für Gleim nur einen einzigen, allerdings gravierenden, Fehler: Er war der französischen Kultur zugetan und ein Verächter der vaterländischen Dichter. Es ist als Ironie des Schicksals zu erachten, dass der König den Dichter, der ihn so begeistert besang, nicht hörte. Dass er doch später einmal zur Audienz geladen wurde, hat Gleim mit Glück erfüllt.

Die Schau trägt zu dem bundesweiten Ausstellungsreigen "Friedrich300" zum 300. Geburtstag des Preußenkönigs die Sicht Gleims als eines Exponenten des preußischen Patriotismus bei und beleuchtet damit zugleich eine wesentliche Facette des Dichtens und der Biografie Gleims.

Im Rahmen des Themenjahres "Geselligkeiten" des Museumsnetzwerks "Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert" stellt die Ausstellung Gleims Kriegslieder als Resultat einer gemeinschaftlichen Literaturproduktion eines literarischen Netzwerks dar. An der Entstehung der Dichtungen waren mit Zuarbeit, Redaktion, Vertonung und Edition Ewald Christian von Kleist, Ramler, Lessing und andere beteiligt. Hier wird deutlich, wie der preußische Patriotismus Identität und Zusammengehörigkeit stiftete und ein solches Zusammenwirken ermöglichte.
Die Schau präsentiert neben ausgewählten Leihgaben eine Fülle von Objekten aus den an Fridericiana überaus reichhaltigen Beständen des Gleimhauses, die meisten davon aus den Sammlungen Gleims selbst.

2016-10-14