Handwerk in Brandenburg

Handwerk in Brandenburg

Die Geschichte des Handwerks als Zeugnis der Alltagskultur

Handwerk ist kulturprägend - in seinen Ursprüngen als überlebensnotwendige Fertigkeit des frühen Menschen bis in seine vielfältigen Ausformungen als Beruf. Als wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist und war es auch immer identitätsstiftend für den/die Handwerker/in und deren Organisationen sowie für die Region.

Das handgefertigte Endprodukt ist immer zeitgemäß und zweckgebunden, zum Teil auch regional geprägt und somit ortsgebunden. Soziokulturelle und ökonomische Veränderungen finden unmittelbar Niederschlag in der handwerklichen Produktion. Die Aufhebung der Leibeigenschaft, Stadtentwicklung und Freizügigkeit, Gilden und Zunftwesen, die im 19.Jahrhundert anwachsende Industrialisierung, genauso wie Kriege, aber auch wechselnde Moden. Hieraus erschließt sich die historische Bedeutung des Handwerks als Zeugnis der Alltagskultur.

Die in dieses Portal eingebundenen Objekte beleuchten eine Zeitspanne vom Mittelalter über die Neuzeit, zu einem Schwerpunkt im Zeitalter der Industrialisierung und beider Weltkriege, weiter über handwerkliche Produktion in der DDR, bis ins Brandenburg des 21. Jahrhunderts.

Als typisch Brandenburger Handwerk lässt sich wohl am ehesten die Glasherstellung und die Tonverarbeitung benennen, da diese Fertigungszweige vor der 20. Jahrhundertwende stark expandierten und zügig in industrielle Produktionsprozesse übergingen, die auch überregional von Bedeutung waren. Im traditionellen Sinne jedoch, sind hier die nicht expandierenden und fast vergessenen Handwerke zu nennen, wie die Flussfischerei und der Blaudruck.

 

Die Bemühungen, der an diesem Projekt beteiligten Museen, diese Zeugnisse regionaler Alltagskultur zu erhalten und zugänglich zu machen, soll mit diesem Themenportal unterstützt werden. Entsprechend der Vielfalt handwerklicher Produktion, startet das Projekt breitgefächert mit Beiträgen aus 15 Brandenburger Museen. (Informationen zu den einzelnen Museen finden Sie unter "Links" auf dieser Seite)

Namentlich finden sich Objekte zu: Glasbläserei und Glashüttenwesen, Töpferhandwerk (Bau- und Gebrauchskeramik) in manueller und industrialisierter Form, Tuchfärberei (Blaudruck), Hutmacherhandwerk mit industrialisierter Fertigung, Zinngießerei, Tischlerhandwerk (als Gefängnisarbeit und als Zwangsarbeit), Mühlenwesen und Mühlenbau, Kahnbau und Eisenguß. Sowie Einblicke in diverse städtische und ländliche Handwerke und deren Vertreter wie z.B.: Bäcker, Brauer, Fischer, Fleischer, Barbiere und Frisöre, Schmiede, Schuster, Zimmerer. Neben handwerklichen Endprodukten finden sich Werkzeuge teilweise mit Erläuterungen zum Arbeitseinsatz und Dokumente zu Innungswesen und handwerklicher Repräsentation im sozialen Umfeld.

Wie alle Themenportale auf Museum Digital, ist es „offen“ und auf „Zuwachs“ angelegt.

Initiiert vom Museumsverband für das Land Brandenburg mit Unterstützung der Koordinierungsstelle Brandenburg-Digital und mit Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur wurde das Themenportal „Handwerk in Brandenburg“ ins digitale Leben gerufen.

A. I. Schnapka (Projektleitung und Koordination, Redaktion)

 

 

2017-04-15