Anton Graff - Meisterporträts in Original, Kopie, Druck

Anton Graff (1736-1813). Meisterporträts der Aufklärung - Original, Kopie, Druck

Digitaler Katalog zur Ausstellung im Gleimhaus Halberstadt, 19. Jan. bis 7. April 2013

Anton Graff (1736-1813)
Meisterporträts der Aufklärung
Original, Kopie, Druck

Ausstellung im Gleimhaus Halberstadt
19. Jan. bis 7. April 2013

Unter den Bildnismalern des Zeitalters der Aufklärung war Anton Graff (1736-1813) in Deutschland der größte. Der Meisterporträtist wurde in Winterthur geboren, bildete sich ebendort sowie in Augsburg und Ansbach aus und ließ sich 1766 in Dresden nieder.

Graffs Schaffen überragt dasjenige von zeitgenössischen Porträtisten schon in seinem schieren Umfang und erst recht in der phänomenalen geistigen Prägnanz seiner Bildnisse, die den Menschen als intellektuelles und emotionales Wesen begreifen. Sein Werk überliefert die Gesichter der deutschen Gelehrtenrepublik der Aufklärung, deren bevorzugter Bildnismaler er war.

Graff ist in der Porträtgalerie des Halberstädter Dichters und Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim mit einigen Hauptwerken vertreten. In der Ausstellung anlässlich des 200. Todesjahres des Meisters werden diese Bildnisse in Korrespondenz gesetzt mit Kopien sowie mit Druckgrafik nach Graff, die erst die Wirkungsweite von dessen Schaffen verdeutlichen. Mit den Überlieferungsformen Original, Kopie, Druck wiederum werden die Sphären familiär, freundschaftlich, öffentlich umrissen.

Als Medium der Öffentlichkeit kommt der Druckgrafik bei der Verbreitung von Graffs Porträtwerk mit seinem hohen Anteil an Darstellungen von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ganz besondere Bedeutung zu. Gerade mittels der druckgrafischen Reproduktionen mehrte sich Graffs Ruhm.

Die Ausstellung des Gleimhauses präsentiert das Schaffen Anton Graffs und lässt das Personal der deutschen Aufklärung auftreten. Darüber hinaus rückt sie das für die Porträtkultur des 18. Jahrhunderts eminent wichtige Phänomen der Kopie in den Blick und zeigt die Porträtdruckgrafik des späten 18. und des frühen 19. Jahrhunderts sowohl in der Breite des Schaffens als auch in den Leistungen der Meisterkupferstecher. Dabei sind das Aufblühen des Grafikmarkts und die Entstehung eines Grafikpublikums im 18. Jahrhundert nachzuvollziehen, in denen die gleichzeitige Explosion des Buchmarktes und das entstehende Lesepublikum eine Entsprechung haben.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Porträtantiquariat Harlinghausen, Osnabrück, und dem "Digitalen Portraitindex" des Bildarchivs Foto Marburg (www.portraitindex.de).

2016-10-13